Wie wurden die Profilschulen in Mecklenburg-Vorpommern ausgewählt?

Date of article: 22/09/2017

Daily News of: 25/09/2017

Country:  Germany - Mecklenburg-Vorpommern

Author:

Article language: de

Mit genau dieser Frage wendeten sich Petenten an den Petitionsausschuss. Auslöser war die Wahl der Profilschule im Bereich MINT (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik) für den Schulamtsbereich Schwerin. Die Wahl fiel nämlich nicht auf das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wismar, sondern auf zwei Schweriner Schulen: das Goethe-Gymnasium-Schwerin und das Fridericianum Schwerin.

Zu Beginn dieses Schuljahres 2017/2018 hatte das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Bildungsministerium) einzelne Schulen zu Profilschulen ernannt. Diese Schulen setzen besondere Schwerpunkte in den Bereichen Humanistische Bildung und Alte Sprachen, Niederdeutsch oder MINT, um engagierten und leistungsstarken Schülern besondere Bildungsangebote zu bieten. Hierzu gibt es in jedem Schulamtsbereich eine Schule, die das jeweilige Profil anbietet. 

Die Petenten richteten sich an den Petitionsausschuss, um die Auswahlkriterien des Verfahrens und vor allem die damit verbundene Begründung der erfolgten Auswahl zu erfahren. Dabei kritisierten sie, dass das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wismar nicht berücksichtigt wurde, obwohl es sich seit Jahren im Bereich MINT engagiert und zum bundesweiten MINT-EC Schulnetzwerk gehört. So gibt es an dieser Schule MINT-Klassen, die einen speziellen Stunden- und Rahmenlehrplan erhalten. Zudem werden Angebote organisiert, wie die Robotik AG, die auch Schülerinnen und Schülern anderer Schulen offenstehen. 

Bereits in seiner Sitzung am 29.06.2017 beriet der Petitionsausschuss gemeinsam mit Vertretern des Bildungsministeriums die offenen Fragen zum Auswahlverfahren. Das Bildungsministerium führte aus, dass das entscheidende Kriterium für die Auswahl der Profilschulen die konkrete und dauerhafte Möglichkeit der Ausgestaltung des Profilschwerpunktes sei. Diese Möglichkeit böten vor allem die beiden Schweriner Schulen aufgrund ihrer Größe. Auch hätte diese Schulen bereits Erfahrung in der Begabtenförderung, da das Fridericianum sich in der Hochbegabtenförderung engagiert und es sich bei dem Goethe-Gymnasium um ein Musikgymnasium handelt.  

Der Ausschuss gab zu bedenken, dass offensichtlich die Größe der Schule entscheidend gewesen sei, sodass eine Zentralisierung zu Lasten des ländlichen Raumes erfolge. Auch sei die bereits vorhandene Schwerpunktsetzung des Gerhard-Hauptmann-Gymnasiums im MINT-Bereich unberücksichtigt geblieben. Aus diesen Gründen sind die Abgeordneten in der gestrigen Sitzung nun zu dem Schluss gekommen, dem Landtag zu empfehlen, die Petition der Landesregierung zu überweisen.

 

Read more